Allein, Einsamkeit ?

 

 

 

 

Die Einsamkeit ist eine Kraft,

die dich umbringt, wenn sie

unvorbereitet aus dir ausbricht;

die dich über deinen Horizont trägt,

wenn du sie für dich zu nutzen verstehst*

 

 

 

Die Frage stellte sich mir so nie, oder ich habe es zumindest nie für mich hinterfragt. Das wurde relativ schnell selbstverständlich für mich, weil ich die letzten Jahre nahezu ausschließlich alleine unterwegs war.

 

Ich ging jetzt am liebsten allein, so dass niemand sehen konnte, wenn ich über mich selbst nachdachte.*


Dabei entdeckte ich, daß ich mich nie einsam fühlte, fast meditativ über ein Objekt meines Lebens stundenlang nachdenken konnte, um es zu verarbeiten, um mich neu auszurichten, um eins zu werden mit mir.

 

  ...bei Tag geht es mir meist gut. Ich bin gern allein. Ich gehe dann, rede auch oft vor mich hin.*

 

Ob im Urlaub oder bei meinen Touren in den Alpen - allein zu fahren war eine pragmatische Entscheidung vor dem Hintergrund all der damit verbundenen Vorteile.

 

Ich bestreite, dass ich einen Hang zum Einzelgängertum habe. Ich bin als Kind nur allein geklettert, wenn ich keinen Partner hatte oder wenn die anderen unten blieben, weil sie glaubten, das Wetter wird schlecht.*

 

Ich kann alles so für mich planen, wie ich es für sinnvoll erachte. Ich muss niemanden überreden oder motivieren. Ich muss nur dann umkehren, wenn ich es will. Wenn etwas nicht klappt oder ich ein Ziel nicht erreiche, dann bin ich selbst verantwortlich dafür. Damit verfüge ich aber auch über einen unglaublichen Luxus: ich bin von niemanden abhängig und empfinde es als Freiheit!

 

Die Bedingungen eines einsamen Vogels sind fünf:

 

die erste, daß er zum höchsten Punkt fliegt,

die zweite, daß er sich nicht nach Gesellen sehnt,

nicht einmal seiner eigenen Art;

die dritte, daß sein Schnabel gen Himmel zielt;

die vierte, daß er keine bestimmte Farbe hat;

die fünfte, daß er sehr leise singt.

(San Juan de la Cruz, Mystiker)

 

* Reinhold Messner

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