Ich hatte einen Traum...

...einmal dem Mount Everest gegenüber zu stehen

 

...es muss irgendwann Ende der 60er-Jahre gewesen sein, als ich damals als kleiner Junge meinen Vater zum tanken an die örtliche ESSO-Tankstelle begleitete. Die Tankstellen waren noch klein und übersichtlich und so fiel mir an diesem Tag an der Kasse sofort eine Art Buch mit einem faszinierenden Titelbild auf. Ich glaube es hieß „Expeditionen ins Ungewisse - die großen Entdecker“. Mein Vater bezahlte und ich bekam vom Tankstellenpächter dieses Buch überreicht - zusammen mit ein paar kleinen Umschlägen in denen sich jeweils  zwei, drei selbstklebende Bilder befanden. Das war das damalige ESSO-Bonussystem, ähnlich wie "Payback" heute, nur eben für mich Knirps, in Naturalien, sprich Bildern.

 

 

Das Buch, wurde sehr schnell mein Lieblingsbuch, denn jedes Mal wenn mein Vater tanken war, bekam ich wieder ein paar Bilder, die ich dann, an die dafür vorgesehenen Stellen in dieses Buch einklebte. Und so lernte ich sie kennen, die Geschichten der großen Entdecker dieser Welt. Von Sven Hedin und der Seidenstraße, David Livingstone dem großen Afrika-Forscher, Heinrich Schliemann der Troja ausgegraben hatte, Vasco da Gama der den Seeweg nach Indien entdeckt hatte, Erik dem Wikinger, Christoph Columbus, James Cook, Roald Amundsen, Robert F. Scott und Fridtjof Nansen - um nur Einige zu nennen. Das Titelbild dieses Buches zeigte zwei Männer mit Sauerstoffmasken auf den letzten Metern unterhalb des höchsten Gipfels der Welt. Diese beiden Männer waren Sir Edmund Hillary und sein treuer Freund, der Sherpa Tensing Norgay. Sie hatten als erste Menschen am 29. Mai 1953 den höchsten Berg der Welt bestiegen.

 

 

Dieses Bild hat mich danach nie wieder losgelassen und über die Jahre entstand ein Traum, den ich nun verwirklicht habe. Da der Gipfel für mich nicht machbar war, hieß mein Ziel zunächst „Basislager“ auf tibetischer Seite.

Da Tibet aber für individualreisende Radler nur unter unkalkulierbar grossen Risiken zu machen gewesen wäre, wählte ich schließlich schweren Herzens den Weg per Zug von Kashgar nach Urumqi, und weiter per Flugzeug über Chengdu, nach Kathmandu (Nepal) und Lukla um dann letztendlich nach einer 13-tägigen Hochgebirgswanderung den Kala Pattar (5.545m) gegenüber des Mount Everest zu erreichen.

Den Grossteil meiner Reise (ca. 9.000 km) bis zur chinesischen Grenze habe ich wie geplant mit dem Fahrrad zurückgelegt.

 

 


 

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